Schottland auf dem Motorrad „erfahren“

…eine Tour mit Suchtpotential!

Eine angemessene Zeit wollte ich mir geben, bevor ich meine Erlebnisse und Eindrücke des Schottland-Trips zu Papier bringe, einfach nur, um mit einem gewissen Abstand das Erlebte zu filtern. Aber 10 Tage reichen offenbar nicht aus! Die zwei Wochen sind immer noch so präsent in meinen Erinnerungen, dass es mir schwer fällt einen Anfang zu finden ohne, dass ein Chaos aus Buchstaben und Satzzeichen entsteht.

Schottland

Nun gut - Vieles im Leben beginnt mit einem Traum, der keiner bleiben soll. So hatte ich mir selbst zu meinem 50. Geburtstag diesen lang gehegten Wunsch erfüllt, das wildromantische Schottland mit seinem rauen Wetter und der dazugehörigen kargen Landschaft kennenzulernen. Dieses nun mit dem Motorrad zu „erfahren“, hat sich erst im letzten Jahr herauskristallisiert, denn es gab doch berechtige Zweifel, ob im Frühling das Wetter mitspielen würde. Doch ich sollte mich, wie so oft, irren!

Die Abreise aus dem Allgäu war von einem „Traumstart“ weit entfernt, denn in der Nacht vom 26. auf den 27. April hat das Allgäu seinem Ruf alle Ehre gemacht und diesem 30 cm Neuschnee beschert. Ich war heilfroh, die Fähre in Rotterdam nicht von hier aus anzufahren, sondern das Motorrad auf dem Anhänger in den Norden zu bringen, um mich dort von Ostfriesland aus auf die 4-stündige Fahrt zur Fähre zu machen.

Am 30. April brach ich am Vormittag mit dem Motorrad Richtung Rotterdam auf. Meine Fahrt führte unspektakulär durch das Emsland an die holländische Grenze, vorbei an unzähligen Massentierhaltungsbetrieben, die sich schon von weitem durch ihren strengen Geruch ankündigten. Es fällt schwer auszublenden, was hinter den Mauern, auf denen putzige Hühner und Schweine zur Dekoration gemalt sind, wirklich geschieht!

Schottland

Das Verladen des Motorrades auf der Fähre war, bedingt durch ein sehr umsichtiges Fährpersonal, entspannter als erwartet.
Pünktlich um 21:00 kündigte ein Beben der Kabine an, dass viele tausend Pferdestärken nun entfesselt wurden, das Schiff auf seine Reise zu schicken.

England bzw. die Hafenstadt HULL begrüßte uns am Morgen des 01. Mai „very british“ mit einem bewölkten Himmel, den man drohender in Öl hätte nicht malen können. Aber, und das sei hier angemerkt, es war trocken und sollte die ganzen zwei Wochen während meines Aufenthaltes so bleiben. Schottland hatte offenbar eine Flatrate auf Hochdruckgebiete erhalten, was selbst die Schotten nachdenklich am Hinterkopf kratzen lassen sollte. Es war ein Traum! Aber ich will nicht vorgreifen.

Eine echte Herausforderung für jeden Englandfahrer ist der Linksverkehr, wenn einem beim Verlassen der Fähre recht bald ein zweispuriger Kreisel erwartet, kann hier der Urlaub in einem Unfall sein jähes Ende finden. Falsch! ...als kampf- und stauerprobter Verkehrsteilnehmer aus Deutschland könnte man diese Befürchtung haben. Aber dieser Punkt geht klar an die Bewohner der Insel, auf deren Boden man gerade seine Füße gesetzt hat. Noch niemals habe ich einen solch entspannten und von Rücksichtnahme geprägten Fahrstil, wie den der Engländer und als Steigerung den der Schotten erlebt. Fehler werden nicht mit aufgebrachten Hupen, sondern mit einem verständnisvollen Lächeln quittiert! Daumen hoch für diese Mentalität!

Schottland

Wenn man Hull auf der Autobahn Richtung Norden verlässt, fällt die große Anzahl von Kraftwerken auf. Alle 40 bis 50 Kilometer fährt man an den Leuchtfeuern einer industriell geprägten Landschaft vorbei und so präsentiert sich Hull auch dem Besucher. Ich bin froh als die Gegend ländlicher wird und steuere meinem ersten Tagesziel, dem kleinen Ort ASKRIGG, in den YORKSHIRE DALES entgegen. ASKRIGG oder besser DARROWBY wird den älteren Semestern bekannt sein, als zentrale Spielstätte der englischen Kultserie „Der Doktor und das liebe Vieh“. Das war in unserer Familie jeden Sonntag ein Pflichttermin am späten Nachmitttag.

Was liegt einem heimlichen Fan der Serie und der Landschaft näher, als hier einen Stopp einzulegen!? Und nebenbei ganz genial: Die Landschaft und die in ihr eingebetteten Dörfer sehen ja wirklich so aus! Ich sitze auf dem Dorfplatz von ASKRIGG vor dem „SKELDALE HOUSE“ und fühle mich 40 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Langsam erst kann ich überreißen, was für herrliche zwei Wochen ich vor mir haben werde.

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Angekommen!

Da mein eigentliches Tagesziel aber das Erreichen der schottischen Grenze ist, fahre ich am Nachmittag weiter und lasse ASKRIGG und die DALES, wie man sie hier liebevoll nennt, hinter mir.
Als es dann Abend wird, bin ich schon viele Kilometer in Schottland und steuere, nach dem überstandenen Gewöhnungsproblem des Linksverkehrs auf das nächste Problem des Tages zu. Die Nacht liegt noch vor mir und damit die Frage nach einem geeigneten Zeltplatz.
Von vorn herein hatte ich mich für das Zelt entschlossen! Das bedeutet zwar ein Mehr an Gepäck und viele ungläubige bis mitleidige Blicke von meinem Umfeld, aber die Entscheidung Schottland „ursprünglich“ zu erleben stand unverrückbar wie ein Fels!
Der Blick, den man entwickeln muss, um den ultimativen Zeltplatz zu finden, sollte sich von Abend zu Abend schärfen und geübter werden. Damit wurden aber auch die Anforderungen immer größer, denn komplette Alleinlage, grenzenloser Blick wenn möglich aufs Meer, herrliche Natur und ein fester, gut mit einem schwer bepackten Motorrad zu erreichender Platz sind selbst in Schottland nicht an jeder Ecke zu finden.

Den ersten Abend sollte ich jedoch in vielerlei Hinsicht Glück haben. Am Rand einer hier typischen mit einer Steinmauer umfriedeten Schafweide war genau so ein Platz, aber ein ca. 400 Meter entferntes Haus markierte den Grundeigentümer.

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Als guter, braver Deutscher fuhr ich hin und habe ihm sehr holperig erklärt, das es spät sei und ich ein Nachtlager suchen würde (nein - das muss ihn wirklich an Maria und Josef erinnert haben). Außerdem wolle ich heute nicht mehr weiterfahren und daher einen Platz für mich, das Motorrad und das Zelt suche. Ich glaube, er war so erstaunt, dass jemand fragt oder vielleicht war mein Englisch auch so schlecht, jedenfalls war die Unterhaltung – naja – sagen wir mal, zäh und schleppend. Aber immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her und dieses Lichtlein hieß Eileen und war seine Frau.

Eileen behauptete zwar Deutsch zu sprechen, gab mir aber leider keine Kostprobe ihres Könnens. Trotzdem, beide waren sehr freundlich und hilfsbereit und ließen keinen Zweifel daran, dass sie es als Beleidigung empfinden würden, wenn ich NICHT unterhalb ihres Hauses auf der Weide campiere. Es kommt noch besser! Ich war später gerade beim Aufbauen des Zeltes, als Eileen mit einer Bestie von Terrier ankam und mich zum Abendessen einlud. Ich habe auf meiner Reise viele Begegnungen gehabt und tue nun allen unrecht, die ich nicht erwähne, aber das Zusammentreffen mit Eileen und ihrem s Mann Elliot war nun mal die erste und soll hier stellvertretend für einen Menschenschlag sein, der seines Gleichen sucht und mir nachhaltig ans Herz gewachsen ist.

Schottland
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Nachdem ich an diesem Abend in die hohen Weihen des Whisky-Trinkens eingeweiht wurde, kroch ich in mein Zelt und habe herrlich zufrieden mit mir und dem gastgebenden Land meine erste Nacht verbracht.

Durch meinen Beruf geprägt bin ich ein bekennender Frühaufsteher und böse Zungen sehen mich deshalb als eine Belastung für meine Umwelt, sei´s drum… jedenfalls um 06.00 morgens wurde ich durch das heisere Blöken der Lämmer… es war die Zeit des Ablammens und das Bild von Lämmern in allen Größen und Farbgebungen sollte mich zwei Wochen begleiten… früh geweckt.
Das erste Mal Zelt und Gepäck verpacken war noch eine Herausforderung, fand es doch nicht in gewohnter Umgebung in einer Garage statt. Doch von Mal zu Mal wurden die Handgriffe sicherer, jedes Ausrüstungsteil fand wie von selbst seinen Platz am Motorrad und in den Alu Koffern, die mir zwei Wochen treue Reisebegleiter werden sollten und sich als wahre Raumwunder herausstellten.

Der Umstand, dass ich mir vor der Abreise bewusst keine Route für Schottland überlegt hatte, sondern mich einfach treiben lassen wollte, sollte sich als Garant für eine stressfreie Reise ohne dem Hetzen nach Tageszielen herausstellen. Trotzdem - die zwei Wochen brauchten eine gewisse Aufteilung, die ich allerdings immer morgens im Zelt kurz vor Abreise mit einem Kaffee und einer neuen Wärmflasche für den Schlafsack für den jeweiligen Tag festlegte.
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Es ist erstaunlich, dass man mit so wenigen Sachen auskommen kann!

Die nächsten Tage nahm ich mir vor, jeweils von der Ost- zur Westküste zu pendeln und mich so in Zickzacklinie durch die Highlands in den Norden zu bewegen.

Ein Plan ist jedoch immer nur so gut, wie die Möglichkeit seiner Umsetzung! Das sollte ich erfahren, als am zweiten Tag die Gänge immer schlechter zu schalten waren und zeitweise die Kupplung gar nicht mehr trennte. Glücklicherweise befand ich mich in der Gegend von Glasgow, wo ich einen BMW-Zweiradhändler anfuhr, dessen Mechaniker ein Wunderknabe seines Faches sein muss. Denn erkläre mal im Schulenglisch, dass die Gänge nicht mehr einzulegen sind, die Kupplung nicht trennt und das Problem besonders akut ist, wenn das Motorrad warm gefahren ist. Für mich völlig überraschend verstand er mich und mein Problem sofort und benannte den Kupplungsnehmerzylinder als Störenfried meiner Reise. Nichtsdestotrotz - auf Lager hatte er ihn nicht, versicherte aber den Zylinder zum nächsten Tag um 09.00 zu beschaffen und sofort einzubauen, damit ich meine Reise fortsetzen kann. Vorweg: Ein Mann ein Wort!

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Den Rest des Tages verbrachte ich dann in STIRLING, wo Herr WILLIAM WALLACE als schottischer Nationalheld den Engländern das Fürchten gelehrt hat und sie eben hier in STIRLING mit einer Kriegslist vernichtend geschlagen hat.

Genützt hat es wenig, denn die Engländer waren nachtragend und haben ihn bei der nächsten Gelegenheit festgesetzt und nun ja - das Ende von SIR WIILIAM WALLACE hat uns Hollywood sehr plastisch im dem Film „Braveheart“ präsentiert!

Mit neuem Geberzylinder und einem mulmigen Gefühl, ob es denn DER nun wirklich war, ging es am nächsten Tag an die Ostküste Richtung STONEHAVEN, was ich hier extra erwähne, weil ich einen sensationellen Zeltplatz oberhalb der Klippen von DUNNOTAR CASTLE fand. So überwältigend, dass ich am nächsten Morgen kurz überlegte, hier noch einen Tag zu bleiben, um einfach nur auf das Meer und die Brandung zu schauen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre es keine Frage gewesen, aber ich befand mich am Anfang der Reise und so trieb es mich weiter zur Westküste.

Die Westküste hatte jedes Mal ihren ganz eigenen Charakter: Das Wetter war milder, weil die kalten Ostwinde der vorherrschenden Hochdruck-Wetterlage nicht bis hierher kamen, aber die Landschaft war außerhalb der Highlands sehr zersiedelt und vom Tourismus geprägt. Wenig alte Dörfer und Burgen, und gerade die habe ich ja hier zu finden gesucht, weil sie in meinem Kopf das Bild von Schottland geprägt haben.

Schottland
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So arbeitete ich mich langsam pendelnd gen Norden in die Highlands…

Spricht man vom Motorradfahren und den Highlands, fällt automatisch recht bald der Begriff APPLECROSS.

Der APPLECROSS-PASS ist eine Pflicht für jeden Schottlandfahrer und natürlich wollte auch ich hier mitreden, hatte ich doch schon so viel von ihm gelesen. So schraubte ich mich gegen Mitte meiner Reise an einem fast fjordähnlichen Arm des LOCH CARRON nahe der Ortschaft TORNAPRESS auf einem Single Road Track die Berge zum APPLECROSS hinauf.

Die Landschaft ist so gigantisch und die Kurven so eng, dass man gar nicht übermäßig schnell fahren kann, denn so würde man dann doch die Hälfte verpassen.

Schottland
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Da es jedoch schon nach 17.00 Uhr war (das war meine tägliche deadline, ab der ich anfing nach einem geeigneten Zeltplatz Ausschau zu halten) beschloss ich beim Anstieg zum APPLECROSS eine plateau-ähnliche Fläche als Übernachtungsplatz zu wählen. Der Platz lag zwar direkt in einer Kurve und jedes über die Kurve hinausschießende Fahrzeug hätte mich zwangsläufig vom Felsen gefegt, aber wieder mal ein sehr freundlicher Einheimischer, der anhielt, um einen Plausch zu halten, versicherte mir, dass nachts dort keiner mehr fährt. Gott schütze die Königin und die Einheimischen, denn der sollte Recht behalten!

Gäbe es eine Rankingliste über meine spektakulärsten Übernachtungsplätze, würde dieser ganz oben erscheinen. Weit unter mir fuhren die Schiffe, ein Blick zur einen Seite bis weit auf das Meer und zur anderen Seite bis tief in die Highlands hinein. Unbeschreiblich!

Schottland
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Am nächsten Morgen - ein Sonntag mit wenig Verkehr - machte ich mich früh auf den Weg, um die letzten Kilometer zum APPLECROSS hinauf und auf der anderen Seite wieder hinab in die Ortschaft zu gelangen, die dem Pass seinen Namen gibt. Haarnadelkurven, die im 1. Gang genommen werden müssen und eine Landschaft wie aus dem „Herr der Ringe“ hinterlassen ein unbeschreibliches Erlebnis.

In APPLECROSS angekommen, zeigte mein Navigationsgerät eine Tankstelle an, die es auch tatsächlich gab, aber sonntags geschlossen ist. Das kann einem durchaus in Schottland passieren, darauf muss man gefasst sein. Daher war ich froh, dass ich drei Liter Reservebenzin dabei hatte, die dann mal nicht in den Campingkocher sondern in den Tank der GS fließen sollten.

So ging es dann weiter durch die traumhaften Highlands, vorbei an unzähligen „Lochs“ und „Castles“ in einer immerwährend malerischen Landschaft, dem nördlichsten Punkt meiner Reise entgegen.

Schottland
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TOTEGAN nicht weit von der Schottischen Hafenstadt THURSO, die ihre Wurzeln auf Siedlungen der Wikinger um 1000 n. Chr. zurückführen kann, sollte in vielerlei Hinsicht der Wendepunkt meiner Reise werde.

Hier erreichte ich nicht nur den nördlichsten Punkt, sondern von hier ging es wieder in den Süden Schottlands zurück und jeden zurückgelegten Kilometer kam ich ab jetzt dem Ende meiner Reise entgegen. Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass dieser Moment nicht einen gewissen Wehmut bei mir hervorrief, auch wenn ich mir gleichzeitig bewusst war, dass noch einige schöne, mit Erlebnissen gefüllte, Tage vor mir lagen. Ich kostete den Reiz der Stimmung ausgiebig aus, um kurz inne zu halten, um mir den Grund der Reise vor Augen zu führen…

So führte mein Weg mich wieder in Richtung Ostküste, noch einmal nach STONEHAVEN an meinen Übernachtungsplatz, von dem ich mich schon auf der Hinreise nur schwer trennen konnte..

Schottland
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Fragt man jemand auf der Straße, womit er spontan Schottland in Verbindung bringt, kommt natürlich der KILT (umgangssprachlich als „Schottenrock“ bezeichnet) und recht bald der Whisky. Wer in Schottland war, ohne sich das Nationalgetränk und dessen Herstellung nahe gebracht zu haben, hat etwas verpasst oder ist bekennender Alkoholgegner. Da ich zum Glück zu dieser Sorte Menschen nicht gehöre, wurde es zum Ende der Reise nochmal hochprozentig! Der MALT WHISKY TRAIL stand an und ich kann jedem nur empfehlen, in einer der vielen Destillerien, die sich entlang des Trails befinden, eine Führung mit Verkostung zu machen. Sie sind nicht nur erschwinglich, sondern bringen einem die Herstellungsweise in allen Facetten nahe. Der Kauf einer Flasche ist fast schon obligatorisch und übrigens nicht teurer, wie im Handel.

Ich hatte mich in ELGIN bei GLEN MORAY solch einer Führung angeschlossen und sie gehört sicherlich mit zu den Höhenpunkten der Rückreise… .

Schottland
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Rückreise… ja… dann war es soweit! Nach 12 Tagen und 3500 km musste ich Schottland nicht nur Lebewohl sagen, sondern auch Dankeschön für die vielen Eindrücke und Begegnungen… und für das sagenhafte Wetter, dass es mir auf meiner Reise geschenkt hat.

Der letzte Tag der Reise führte mich nochmal durch die DALES wo ich mir am Abend ein B&B Zimmer nahm, um am nächsten Tag entspannt Richtung Fähre zu fahren. Zelten kam nicht in Frage, da im Rest von England das „Wild-Campen“ nicht gerne gesehen wird, wo hingegen in Schottland es ausdrücklich erlaubt ist. Plätze, wo es selbst in Schottland unerwünscht ist, werden mit „No overnight parking“ gekennzeichnet.

Wäre dieser Tag nicht aus zweierlei Gründen ein besonderer, würde er vielleicht hier keine große Erwähnung finden, obwohl es eigentlich die Yorkshire Dales besser verdient hätten. Sie führen gerne das „Mauerblümchen Dasein“, da sie immer nur durchfahren werden, obwohl sie wirklich sehr sehenswert und abwechslungsreich sind!

Dieser Tag bekommt also einen Ehrenplatz, weil am Vormittag endlich das Wetter umschlug und es leicht zu nieseln begann. Jeder hätte mich als Aufschneider bezeichnet, wäre ich heim gekommen ohne Regen erlebt zu haben. Damit mir DAS aber erspart blieb, hat Schottland mich auch hier nicht im Stich gelassen! ...Danke!

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Aber mit Abstand die skurrilste Begegnung der Reise hatte ich, als ich diesen Tag nochmals in ASKRIGG Halt machte und wie so oft, gezielt von Fußgängern angesteuert wurde, um mit mir über Reiseziel, Route oder einfach nur das sensationelle Wetter zu reden.
Da kam jemand auf mich zu und hat mich im tiefsten Yorkshire Slang angesprochen und ich habe kein Wort verstanden. Selbst mein ratloses Gesicht hat ihn nicht genötigt, sich auf mein Niveau herabzulassen und so haben wir uns eine halbe Stunde höchst angeregt unterhalten und ich weiß bis heute nicht, worüber eigentlich! Wurscht…es war einfach nett!

Als am 15. Mai die Fähre pünktlich wieder in HULL Richtung ROTTERDAM ablegte und sich langsam durch den HUMBER auf das offene Meer zuschob, war er schon groß… der berühmte Kloß im Hals!

Jetzt, da ich wieder in Deutschland und vor allem in meinem Alltag angekommen bin, kann ich mit Fug und Recht behaupten, eine neue Liebe gefunden zu haben, die ich viel zu schnell wieder verlassen musste. Doch es bleibt der feste Wille, dieses atemberaubende Land mit seinen tausend Facetten, die manchmal im Minutentakt wechseln und seinen Einwohnern, die an Herzlichkeit und Gastfreundschaft kaum zu übertreffen sind, wieder zu besuchen!

Schottland
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…und dann nehme ich mir mehr Zeit für Dich Schottland, weil Du es verdient hast!

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